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1959-1968: Reform und Revolte

Plakat zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Motto: Krankheit kennt keinen Unterschied, deshalb Lohnfortzahlung bei Krankheit für alle Arbeitnehmer. Motiv: stilisierte Arzneiflaschen und hausärztliche Untersuchungsinstrumente.


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Schlaglichter

Jul 1960
IG Metall erreicht 40–Stunden–Woche
Aug 1961
Bau der Berliner Mauer
Nov 1963
Neues Grundsatzprogramm
Feb 1967
Konzertierte Aktion
Apr 1968
Beginn der 68er Revolte
1. Mai 1962: Ein hohes Gerüst steht  vor dem Reichstagsgebäude mit dem Slogan: "Freiheit kennt keine Mauer". Die Menschen nehmen sitzend an der Kundgebung teil.

Freiheit kennt keine Mauer. 1. Mai– Kundgebung 1962 vor dem Reichstagsgebäude auf dem Platz der Republik.

Grundsatzprogramm ohne Klassengesellschaft

Der Krieg und seine Folgen haben die deutsche Gesellschaft von Grund auf verändert. Infolge von Vertreibung, Massenflucht und dem Wirtschaftswunder der jungen Republik verschwinden die sozialen Milieus und Strukturen der Vorkriegszeit, die traditionelle Klassengesellschaft befindet sich in Auflösung. Auch die Gewerkschaften haben daran Anteil: Ihre Tarifpolitik sorgt dafür, dass sich der soziale Wandel beschleunigt. Nicht nur die SPD reagiert mit ihrem Godesberger Programm auf diese Veränderungen. Auch der DGB will 1959 seine Grundsätze an die Wirklichkeit anpassen. Doch es soll noch vier Jahre dauern, bis der DGB in Düsseldorf die Soziale Marktwirtschaft anerkennt. mehr...

Ein führender Gewerkschafter wird Minister

Als Adenauer 1963 zurücktritt, übergibt er das Amt an seinen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, den „Vater“ der Sozialen Marktwirtschaft. Doch dieser scheitert schon bald an der ersten Wirtschaftskrise. Seine Regierung wird abgelöst von einer Großen Koalition. Für die Gewerkschaften mehr als nur ein gewöhnlicher Regierungswechsel. Erstmals seit der Weimarer Republik wird einer ihrer führenden Repräsentanten Minister. mehr...

1960, DGB-Plakat: Wir helfen den Schaffenden im Kampf gegen Hunger und Not. Motiv: Eine Weltkarte mit Afrika, Südamerika und Asien, davor eine Gruppe Kinder.

1960 - DGB-Aktion, um die Gewerkschaften in den Entwicklungsländern zu stärken und ihre Gewerkschaftsfunktionäre zu schulen.

Die Konzertierte Aktion

Mit einer „Konzertierten Aktion“ will Wirtschaftsminister Karl Schiller die Stabilitätspolitik der Großen Koalition unterstützen. Auch die Gewerkschaften werden an den Treffen beteiligt, verbindliche Absprachen sind nicht geplant. Doch es kommt anders: Ein Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung wird als eine Art Lohnleitlinie interpretiert, die Gewerkschaften geraten von zwei Seiten unter Druck. mehr...

1. Mai-Plakat 1962: In Frieden arbeiten, in Freiheit leben. Gezeichnete weiße Hände strecken sich über einen Stacheldraht nach oben und unten entgegen.

1962 - Nicht Atomwaffen - nicht Völkermord, In Frieden arbeiten - in Freiheit leben

Die Notstandsgesetze – die Gewerkschaften in der Zerreißprobe

Mit mehreren Notstandsgesetzen will sich die Regierung Kiesinger/Brandt in den 60er Jahren weit reichende Eingriffe in die Grundrechte sichern. Freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Freizügigkeit und Berufsfreiheit stehen auf der Kippe. Die Gewerkschaften lehnen die Pläne entschieden ab. Doch dann ändert die SPD ihre Linie und kommt der Union entgegen. Ein Teil der DGB–Gewerkschaften folgt den Sozialdemokraten, während vier Gewerkschaften die Notstandsgesetze weiterhin boykottieren. Der DGB steht vor einer Zerreißprobe. mehr...


Weitere Informationen und Links

Lohnmaschine – Wirtschaftswunder

Nirgendwo in Europa haben die Gewerkschaften so hohe Standards erreicht. Dem Wirtschaftswunder folgt die Kohlekrise. Die Schwerindustrie schrumpft und 1967 folgt die Konzertierte Aktion. Die Umstrukturierung der Montanregionen wird gemeinsam geschultert.

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Forumsdiskussion zu den Notstandsgesetzen

Er halte die Notstandsgesetze nicht für verfassungswidrig, der hessische Ministerpräsident habe sie ja unterschrieben, polemisiert der CDU-Abgeordnete Bert Even im Januar 1967 bei einer gewerkschaftlichen Diskussionsrunde. Auch Helmut Schmidt, damals SPD-Fraktionschef, spart nicht mit Angriffen auf den DGB. Außerdem zu hören: Ludwig Rosenberg (DGB), der Jurist Helmut Ridder, Wolfgang Dorn (FDP).

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Festakt 5. Oktober 2009

Festakt 5. Oktober 2009

Die Festreden von Bundespräsident Horst Köhler, DGB-Vorsitzendem Michael Sommer und IGB-Präsidentin Sharan Burrow in Bild und Ton. Zahlreiche Glückwünsche haben uns erreicht. Dankeschön!