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Zwölf Stunden täglich, oft auch länger müssen Bergleute Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiten. Der Lohn ist knapp. Sogar das Petroleum für ihre Lampen untertage müssen die Arbeiter davon bezahlen. Es sind Missstände wie diese, die dazu führen, dass sich immer mehr Arbeiter organisieren. Arbeitervereine und erste Gewerkschaften werden gegründet. Diese werden zwar verboten, es kommt jedoch bereits zu Reformen des politischen Systems aus sich heraus. mehr...
Carl Legien, Vorsitzender General-commission
Zu Beginn ihrer Geschichte sind die Gewerkschaften noch stark marxistisch und parteipolitisch geprägt. August Bebel nennt sie väterlich die „Rekrutenschule der Partei“. Doch mit steigenden Mitgliederzahlen gewinnen die Arbeitervereinigungen an Selbstbewusstsein und entwickeln ein von der Partei unabhängiges Profil. Christliche und sozialliberale Gewerkschaftsrichtungen sind an dieser Entwicklung kaum beteiligt, auch wenn sie in einigen Branchen durchaus Bedeutung erlangen. mehr...
Ende 1918 werden die
Gewerkschaften und die mit ihnen
ausgehandelten Tarifverträge von
den Arbeitgeberverbänden
anerkannt. Für die Gewerkschaften
ein Durchbruch, für die Arbeitgeber
ein Bündnis aus Angst vor
Enteignung in Folge der
Novemberrevolution. mehr...
Auch die Gewerkschaften leiden unter der Weltwirtschaftskrise. Bis 1932 verlieren sie mehr als eine Million Mitglieder. Mit der Nazi–Herrschaft endet vorerst das Kapitel der freien Gewerkschaften in Deutschland. Am 2. Mai 1933 stürmen SA und SS die Gewerkschaftshäuser. mehr...
Nach der Machtergreifung werden die Gewerkschaften aufgelöst. Die Funktionäre werden verhaftet, misshandelt und ermordet. Doch die Idee der freien Gewerkschaften geht nicht verloren. Im Untergrund und aus dem Ausland organisiert sich Widerstand. Erste Pläne für die Nachkriegszeit entstehen. mehr...
V.l.n.r., Franz Möllenberg, NGG, Charlotte Knobloch, Zentralrat der Juden in Deutschland und Michael Sommer, DGB auf den Weg zur Gedenkstätte.
Genau 75 Jahre nach den Sturm der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 2008 wird im ehemaligen KZ Sachsenhausen ein Gedenkstein enthüllt. Seine Inschrift: „Die ermordeten und geschundenen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verpflichten uns zum Eintreten für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde. Deutscher Gewerkschaftsbund – nach bitterer Erfahrung der einheitliche Dachverband der deutschen Gewerkschaften.“ Neue Forschungsergebnisse belegen, dass in dem 1938 eröffneten KZ Sachsenhausen die meisten Gewerkschafter zu Tode kamen.
Nach 12 Jahren Hitler-Diktatur: Aufruf zum ersten 1. Mai.
Noch vor Kriegsende gründen sich in den befreiten Gebieten die ersten Gewerkschaften. Die Versorgungslage ist so prekär, dass es zu einzelnen Streiks kommt. Noch ist ihre Organisation nicht einheitlich, es gibt Unterschiede in den Besatzungszonen. Eines ist aber klar: Zersplitterte Richtungsverbände soll es nicht mehr geben. Ziel ist die Einheitsgewerkschaft. mehr...
Die Teilung des Landes in
Besatzungszonen hat auch für die
Gewerkschaften Folgen. Im Osten
gründet sich der Freie Deutsche
Gewerkschaftsbund FDGB, im
Westen lässt der Dachverband noch
auf sich warten. Dennoch versuchen
die Gewerkschaften mit
Interzonenkonferenzen die Einheit zu
wahren. mehr...
Im harten Nachkriegswinter 1946/47 fahren Hamburger Theaterleute ins Ruhrgebiet, um Kohlen für die Beheizung ihrer Bühnen zu erbitten. Bergleute der Schachtanlage König-Ludwig in Recklinghausen beschaffen die Kohle - an den englischen Besatzern vorbei. Für die Kumpel eine riskante Angelegenheit. Beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Bergleute bedanken sich die Theatermacher im folgenden Sommer mit einem Gastspiel. Dieser solidarische Tausch unter den extremen Nachkriegsbedingungen war die Geburtsstunde der Ruhrfestspiele Recklinghausen. „Ihr für uns und wir für Euch“ war das Motto. Nach der Initialzündung führen die Stadt Recklinghausen und der DGB die Ruhrfestspiele weiter, 1949 beteiligte sich auch das Land Nordrhein- Westfalen. Heute ist die Ruhrfestspiel GmbH Träger des Festivals. www.ruhrfestspiele.de
Noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs gründen sich erneut freie Gewerkschaften. Nach den Erfahrungen 1933 ist das Ziel klar: die neue Gewerkschaftsbewegung muss dem Ziel der Einheitsgewerkschaft folgen.
Die Festreden von Bundespräsident Horst Köhler, DGB-Vorsitzendem Michael Sommer und IGB-Präsidentin Sharan Burrow in Bild und Ton. Zahlreiche Glückwünsche haben uns erreicht. Dankeschön!